Steile Anstiege – schöne Ausblicke

Markgräfler Tagblatt
MT1 2018

Bei besten äußeren Bedingungen gingen die Läufer auf die Strecke. Foto: Paul Berger

Zu den schönsten und sicherlich auch anspruchsvollsten Laufstrecken im Schwarzwald zählt der seit Jahren vom TuS Schönau veranstaltete Belchenlauf. Zu danken ist dies vor allem der einzigartigen und auch imposanten Bergkulisse im südlichen Schwarzwald.

Schönau (ue). Die Strecke, insgesamt 11,4 Kilometer, führt teilweise über fest asphaltierte Straßen und Wege, andere Streckenabschnitte sind lediglich mit Schotter belegt oder sind ganz normale Feldwege. Eine gewaltige Portion Kraft und Energie erfordern von den Läuferinnen und Läufern vor allem die steilen Anstiege schon wenige Meter nach dem Start in der Schönauer Talstraße bis hinauf nach Schönenberg und danach ab dem Ortsende von Schönenberg hoch zum Mittelbühl. Immerhin sind von den Läuferinnen und Läufern vom Start bis zum Ziel 824 Höhenmeter zu bewältigen.

Von Vorteil waren auch dieses Mal die unterwegs eingerichteten Verpflegungsstationen entlang der Laufstrecke. Als recht angenehm empfand Franziska Schmieder, Tagesbeste bei den Damen mit einer Zeit von 1:05:38, dass ein Teil der Strecke durch den Wald führt, was für sie die Temperaturen um die 20 Grad etwas erträglicher machte.

Keine Probleme mit den spätsommerlichen und recht warmen Temperaturen hatte Florian Neuschwander vom Sportverein Spiridon Frankfurt. Er schaffte die Strecke locker in 49:20 Minuten und verfehlte damit die Bestzeit nur ganz knapp um zwölf Sekunden.

Am Ziel vor dem Belchenhaus angekommen, wurden die Teilnehmer von den Helfern der DRK-Ortsgruppe Schönau mit erfrischenden Getränken versorgt. Auch ansonsten hatten die Organisatoren vom TuS Schönau, allen voran Athanasios Alipliotis und Tobias Hauger, für einen reibungslosen und einwandfrei funktionierenden Ablauf der Veranstaltung mit insgesamt 209 Läuferinnen und Läufern gesorgt.

Aus der Region vorne mit dabei waren bei den Herren Dominik Meier, TuS Badenweiler (54:50), Hanspeter Scherr, TuS Lörrach-Stetten (56:41), Jochen Leisinger, TZF Böllen (1:03:04), Andreas Schreck, Bergziegen Wiesental (1:05:01) sowie vom TuS Schönau Richard Riesterer (1:09:45) und Lukas Albrecht (1:11:31).

Bei den Damen standen neben Franziska Schmieder Stefanie Bendels vom Team Leistungsdiagnostik (1:08:38) und Elena Berger vom SC Lauf (1:09:04) auf dem Siegertreppchen. Petra Gries vom TSG Schopfheim schaffte die Strecke in der Zeit von 1:22:07.


Am Ende fehlen 12 Sekunden
Die Oberbadische
  

Die Sieger des diesjährigen Belchenlaufs: Franziska Schmieder von der LG Brandenkopf und Florian Neuschwander von Sportverein Spiridon Frankfurt. Foto: Paul Berger

Nur um Haaresbreite hat Florian Neuschwander vom SV Spiridon Frankfurt den Streckenrekord bei der 13. Auflage des Belchenlaufs verfehlt. Vorjahressieger Bruno Schumi aus Schopfheim wurde diesmal Zweiter, durfte sich dafür aber über den Gesamtsieg beim Schwarzwald-Berglauf-Pokal freuen.

Schönau (ue). Warmes, trockenes Spätsommerwetter bescherte den Läuferinnen und Läufern beim 13. Belchenlauf, veranstaltet und organisiert vom TuS Schönau, geradezu ideale Bedingungen. Mit der hervorragenden Zeit von 49:20 Minuten passierte Florian Neuschwander vom Sportverein Spiridon Frankfurt am Main die Ziellinie und verfehlte damit die bei Belchenläufen jemals gemessene Bestzeit lediglich um zwölf Sekunden.

Dicht auf den Fersen war ihm der Sieger von 2016, Bruno Schumi von der LG Brandenkopf, der dieses Mal die Strecke in 51:22 Minuten schaffte, gefolgt von Maximillian von Lippe vom DJK Schwäbisch-Gmünd mit einer Zeit von 52:19 Minuten. Für Neuschwander waren die Voraussetzungen, wie er selbst betonte, „einfach super“. „Harte Trails“, an denen er bisher erfolgreich teilgenommen hat, ist der hervorragend trainierte Langstreckenläufer mittlerweile bestens gewohnt.

Laufen unter extremen Bedingungen, wie etwa beim 100-Meilen Western States Endurance Run, der quer durch die kalifornische Sierra Nevada von Squaw Valley nach Auburn führt, haben den Läufer und diesjährigen Gewinner sichtlich abgehärtet. Temperaturen von bis zu 40 Grad sind dort keine Seltenheit, weshalb er die Bedingungen im Schwarzwald als geradezu angenehm empfand.

Mit der beachtlichen Bestzeit von 1:05:38 Stunden bewältigte Franziska Schmieder von der LG Brandenkopf als erfolgreichste weibliche Teilnehmerin die 11,4 Kilometer lange Laufstrecke von der Schönauer Talstraße bis hinauf zum 1362 Metern hoch gelegenen Belchenhaus. Schmieder, die früher schon, wie sie berichtete, an zwei Belchenläufen teilgenommen hat, startete mit ihrem Lauftraining in diesem Frühjahr wieder.

Auf Platz zwei folgte Stefanie Bendels vom Team Leistungsdiagnostik und der Zeit von 1:08:38 Stunden. Mit 1:09:04 Stunden erreichte Elena Berger vom SC Lauf Platz drei.

Als älteste Teilnehmerin schaffte Erika Marquardt vom Skiclub Weil am Rhein den Berglauf in 1:51:10 Stunden. Mit 73 Jahren ältester männlicher Teilnehmer war Gerhard Huber vom TV Schiltach. Er benötigte auf den Belchen hinauf 1:27:54 Stunden.


Rütteln am Streckenrekord

Badische Zeitung

Florian Neuschwander und Franziska Schmieder gewinnen den 13. Belchen-Berglauf.


Zweiter, aber Gesamtsieger im Berglaufpokal: Bruno Schumi Foto: Murst

LEICHTATHLETIK. 11,4 Kilometer stetig bergauf und kein Ende in Sicht: Der Belchen-Berglauf ist nicht nur eine Herausforderung für die Beine, sondern auch für den Kopf. Eine kleine, läuferische Tortur, 824 Meter Höhendifferenz inklusive. Wer sich an den Start begibt, der weiß freilich um die Herausforderung, und als bei der 13. Auflage die 209 Läuferinnen und Läufer auf dem Gipfel ankamen, wich die Erschöpfung. Für einen Moment waren all die Strapazen und die Freude oder der Gram über die erzielte Zeit vergessen, denn die Läuferschar wurde mit einer herrlichen Aussicht belohnt.

Ein Duo erhielt noch einen weiteren Lohn: den Tagessieg beim Belchen-Berglauf des TuS Schönau, zugleich der sechste und finale zum Schwarzwald-Berglaufpokal. In die Siegerlisten verewigten sich mit Florian Neuschwander (Spiridon Frankfurt) und Franziska Schmieder (LG Brandenkopf) zwei neue Namen.

Schon beim Start an der Schönauer Kirche hatten sich die Favoriten in der vordersten Startlinie eingereiht. Schließlich soll kein Meter verschenkt werden. Ebenfalls in vorderster Reihe stand Florian Neuschwander. Seine Laufzeiten und Erfolge – sowohl auf den Mittelstrecken als auch bei Ultra-Langstreckenläufen in den USA – deuteten an, dass der Streckenrekord beim Belchen-Berglauf wackeln könnte. Bis zur Belchenbahn Talstadion, vier Kilometer vor dem Ziel, hatte Neuschwander bereits einen deutlichen Vorsprung auf seine Verfolger herausgelaufen. Beim Anstieg hoch auf den Gipfel des Belchen zeigte der Frankfurter keine Schwächen und siegte in 49:20 Minuten. Den Streckenrekord von Markus Jenne (USC Freiburg/49:08) aus dem Jahr 2007 verpasste er nur um zwölf Sekunden. Während der Tagesschnellste bereits die Aussicht genießen konnte, lief Bruno Schumi von der LG Brandenkopf (51:22 Minuten) als Zweiter ins Ziel. Dass der Schopfheimer seinen Kontrahenten Maximilian von Lippe (DJK Schwäbisch Gmünd, 52:19) auf Platz drei verweisen konnte, war nicht nur eine Randnotiz, es hatte entscheidenden Einfluss auf die Serienwertung des Schwarzwald-Bergpokals. Schumi schob sich im Klassement an von Lippe (1182,1 Punkte) vorbei und sicherte sich mit 1186,2 Zählern den Gesamtsieg. Schumi hatte in der Berglaufpokal-Serie den Trail21und Rosskopflauf gewonnen.

Hans-Peter Scherr (TuS Lörrach-Stetten/56:41) passierte beim Belchen-Berglauf als Gesamtneunter das Ziel und gewann die stark besetzte Altersklasse M 50. Sein Vereinskollege Max Schilling gewann die U-18-Wertung in 1:10,46 Stunden. Bei den Frauen war Franziska Schmieder (LG Brandenkopf/W 20) in den beiden Vorjahren jeweils unter die Top-Zehn gelaufen. Nach Rang vier (1:08,22) und sieben (1:06,32) gelang ihr diesmal der Sprung an die Spitze: In 1:05,38 Stunden lief sie zum Sieg. An der Talstation führte sie bereits deutlich vor Stefanie Bendels (Team Leistungsdiagnostik.de/1:08,38) und Elena Berger (SC Lauf/1:09,04). Die Altersklasse W 40 ging an Heike Dold (Team Eggenen/1:12,50), an Heike Dieterich (LCM Rheinfelden/1:16,20) die W 60, und Erika Marquardt (Skiclub Weil/1:51,10) siegte in der W 75.

 

Ein Paradiesvogel mit Schnauzbart und Nerd-Brille hängt alle ab

Der Offenbacher Florian Neuschwander gewinnt den Belchen-Berglauf / Dominik Meier vom TuS Badenweiler als Fünfter Gesamtdritter beim Berglaufpokal.

LEICHTATHLETIK (mu/mat). Bei idealem Laufwetter und fast schon sommerlichen Temperaturen bewältigten 200 Läuferinnen und Läufer den Belchenberglauf. Von Schönau im Oberen Wiesental aus ging es über 11,4 Kilometer und 824 Höhenmeter hinauf auf den Gipfel des Belchen. Der Belchenberglauf ist der sechste und damit letzte Lauf der Serie um den Schwarzwald-Berglaufpokal.

Kurzfristig hatte Florian Neuschwander gemeldet. Der 37-jährige Offenbacher gilt als Paradiesvogel der deutschen Laufszene und inszeniert sich gerne über soziale Medien unter dem Schlagwort "Rund with the flow". Neuschwander – Markenzeichen Schnauzbart mit Nerd-Brille – läuft von der Mittelstrecke bis zu Ultra-Langstreckenläufen eigentlich alles. Vier Kilometer vor dem Ziel, an der Talstation der Belchenbahn, hatte der Hesse schon einen deutlichen Vorsprung auf seine Verfolger herausgelaufen. Auch auf den letzten vier Kilometern hoch auf den Gipfel des Belchen zeigte er keine Schwäche und siegte in der starken Zeit von 49:20 Minuten (4:19 pro Kilometer). Damit lag Neuschwander nur zwölf Sekunden über dem Streckenrekord von Markus Jenne (USC Freiburg) aus dem Jahr 2007. "Nach einer guten Trainingswoche war das Rennen voll aus dem Training heraus ein schöner Test", schreibt Neuschwander rückblickend auf seiner Facebook-Seite. Er sei spontan mitgelaufen, da er gerade in der Gegend war. Auf den zweiten Platz lief der Schopfheimer Bruno Schumi (LG Brandenkopf) in 51:22 Minuten. Schumi sicherte sich damit souverän den Gesamtsieg in der Pokalwertung vor dem Drittplatzierten auf dem Belchen, Maximilian von Lippe (DJK Schwäbisch Gmünd, 52:19). Auf Platz fünf kam in Dominik Meier (TuS Badenweiler, 54:50) der derzeit stärkste Bergläufer der Region Freiburg ins Ziel. Meier wurde damit Dritter der Pokalwertung und gewann die Männer-Hauptklasse. Tilo Minges (SC Oberwinden) wurde Gesamtsiebter und Sieger der M 40. Mathias Schönstein (SV Waldkirch) kam in der Klasse M 45 auf den zweiten Platz. In der stark besetzten M 55 gab es einen Dreifach-Erfolg für die Läufer aus der Region. Es gewann Ludger Scheper (Badenweiler) vor Armin Bernhardt (SV Waldkirch) und Klaus Muser (Badenweiler).

Bei den Frauen gewann erstmals die junge Franziska Schmieder von der LG Brandenkopf (W 20) in 1:05,38 Stunden mit deutlichem Vorsprung vor Stefanie Bendels (Freiburg, 1:08:38 Stunden) und Elena Berger (SC Lauf, 1:09:04). Damit sicherte sich Schmieder in der Serienwertung des Schwarzwald-Berglaufpokals die Bronzemedaille. Martina Mesle (AHS Freiburg) gewann die Frauenklasse W 30, Nadja Falk-Kumanska (Lauffreude Freiburg) bei der W 35, Stefanie Bendels (Freiburg) die W 45 und Claudia Imbery (LG Sulzburg-Laufen) die W 50. In der Mannschaftswertung wurden die Läufer vom TuS Badenweiler Vierter, der SV Waldkirch belegte den sechsten Platz.